Atom-Startup SALD: Derzeit keine 

Public Offer für Investoren

29/10/2020

„Es gibt derzeit kein öffentliches Angebot von Anteilen an unserem Unternehmen“, erklärt Frank Verhage, CEO des niederländischen Startups SALD BV (Eindhoven). Er reagiert damit eigenen Angaben zufolge auf „unzählige Anfragen“ nach Beteiligungen an SALD. Der Firmenname steht für „Spatial Atom Layer Deposition“ und bezeichnet ein einzigartiges Verfahren, im industriellen Maßstab Beschichtungen aufzutragen, die so dünn sind wie ein einziges Atom. Diese Atombeschichtungen sind Experten zufolge in der Lage, zahlreiche industrielle Fertigungsprozesse und damit ganze Industriezweige zu revolutionieren. Das patentierte Verfahren hat SALD in Kooperation mit Fraunhofer in Deutschland und der staatlichen niederländischen Forschungseinrichtung The Netherlands Organisation for Applied Scientific Research (TNO) entwickelt. Mit der SALD-Technologie soll es unter anderem möglich sein, Batterien für E-Autos mit dreimal größerer Reichweite herzustellen, die fünfmal schneller geladen werden können. Als weitere Einsatzgebiete werden neuartige Textilien, Medizinprodukte, Verpackungen für die Nahrungsmittelbranche und Consumer Goods sowie organische Computerchips (Polymerelektronik) genannt.


„Wir verstehen die große Nachfrage aus der Finanzcommunity, möchten aber derzeit ausschließlich handverlesene Investoren akzeptieren“, erklärt Frank Verhage. Er schließt allerdings für die Zukunft ein öffentliches Angebot über Firmenbeteiligungen oder einen Börsengang nicht aus.


Das starke Interesse von Investorenseite resultiert nach Einschätzung von Verhage daraus, dass das atomdünne Beschichtungs-verfahren einerseits revolutionär und andererseits bereits erprobt ist. SALD ist als Spinn-off ausgegründet worden aus dem Unternehmen SoLayTec, das seit 2010 Spatial-ALD-Maschinen für die Massenfertigung von Solarpaneln vor allem nach China liefert. Diese Technologie gilt als entscheidend dafür, dass es China gelungen ist, binnen weniger Jahre den Weltmarkt mit guten und dennoch preisgünstigen Solarpaneln zu dominieren. Jetzt soll das zugrundeliegende Verfahren in weitere industrielle Einsatzgebiete wie Batterien, Techno-Textilien, Medizinprodukte, die Chipherstellung und atomdünne und dennoch reißfeste Folienverpackungen eingeführt werden. In allen Fällen sind die Atombeschichtungen zu 100 Prozent umweltfreundlich.